innere Anteile


Innere Anteile

Kennst du Situationen, in denen du eigentlich ganz anders reagieren möchtest – und es trotzdem nicht schaffst?

  • Du nimmst dir vor, ruhig zu bleiben, und wirst doch wütend.
  • Du möchtest für dich einstehen, ziehst dich aber zurück.
  • Du weißt, was dir guttun würde, und handelst trotzdem anders.

Oft liegt das nicht daran, dass mit uns etwas nicht stimmt.

Sondern daran, dass verschiedene Anteile in uns unterschiedliche Bedürfnisse, Erfahrungen und Sichtweisen haben.

 

Ein Teil möchte Sicherheit.
Ein anderer Freiheit.

Ein Teil möchte gesehen werden.
Ein anderer zieht sich lieber zurück.

Ein Teil weiß genau, was zu tun wäre.
Ein anderer hat Angst vor den Konsequenzen.

Wie entstehen innere Anteile?

Unsere Persönlichkeit entwickelt sich nicht an einem einzigen Tag.

Schon während der Schwangerschaft, vor allem aber in den ersten Lebensjahren, sammeln wir Erfahrungen darüber, wie die Welt funktioniert und was wir tun müssen, um dazuzugehören, geliebt zu werden oder uns sicher zu fühlen.

Dabei entstehen unterschiedliche innere Anteile.

Manche tragen wertvolle Ressourcen, Fähigkeiten und Stärken in sich.

Andere haben Verletzungen, Ängste oder belastende Erfahrungen übernommen und versuchen bis heute, uns vor ähnlichen Situationen zu schützen.

 

Oft geschieht das vollkommen unbewusst.

 


Wenn alte Anteile die Führung übernehmen

Manchmal reagieren wir nicht aus dem Hier und Jetzt heraus.

Sondern aus einer alten Erfahrung.

Ein Blick, ein Satz oder eine Situation genügt – und plötzlich fühlen wir uns klein, hilflos, überfordert, wütend oder nicht gesehen.

Nicht weil wir heute tatsächlich in Gefahr sind.

Sondern weil ein jüngerer Anteil in uns an etwas erinnert wird, das er bereits erlebt hat.

 


Anteilearbeit

In der Anteilearbeit begegnen wir diesen inneren Anteilen mit Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Neugier.

Es geht nicht darum, etwas wegzumachen, zu bekämpfen oder zu bewerten.

 

Es geht darum, wahrzunehmen.

 

Zu verstehen, welche Aufgabe ein Anteil übernommen hat, was er braucht und weshalb er sich überhaupt entwickelt hat.

Dabei spielt der Körper eine wichtige Rolle.

 

Viele Informationen zeigen sich nicht über den Verstand, sondern über Empfindungen, Gefühle, Bilder oder körperliche Reaktionen.

Durch achtsames Wahrnehmen können innere Zusammenhänge sichtbar werden, die bisher verborgen waren.

Verletzte oder abgespaltene Anteile erhalten Raum, gesehen und wieder in das eigene System integriert zu werden.

 

Dadurch entsteht oft mehr innere Klarheit, Selbstmitgefühl und Handlungsfreiheit.

 

Statt automatisch auf alte Muster zu reagieren, wird es möglich, bewusster und freier aus dem Hier und Jetzt heraus zu handeln.